Künstlerische Ausgestaltung der Kreuzkirche
Entwurf von Fr. Sonja Weber
Liebe Gemeinde,
was lange währt, wird endlich gut! Was vor 45 Jahren unsere „Mütter und Väter im Glauben“ mit Elan,
Freude und Glaubensmut begonnen haben, kann jetzt bestaunt und bewundert werden: Die Kreuzkirche erstrahlt nun
in „vollendeter Schönheit“.
„Kommt und seht!“, so lautete das Motto des Festgottesdienstes am 29.06.08. Was hat sich verändert, was
gibt es zu sehen?
Wenn man die Kirche betritt, zieht das goldene Kreuz auf dem Altar die Blicke auf sich. Es kommt nun dank des
neu gestalteten Kanzelaltars voll zur Geltung.
Das Gold des Kreuzes setzt sich fort in den biblischen Worten vom Kreuz, die jetzt als umlaufender Schriftzug in
goldener Farbe auf dem Sichtbetonstreifen unterhalb der Wandfelder zu lesen sind.
Ganz gleich, wohin wir auch schauen, wir können uns den Worten der Bibel nicht entziehen. Sie trösten
uns, schützen uns und bauen uns auf. Sie können uns aber auch ermahnen und auf Missstände
hinweisen. Sie sind uns Wegweisung und Auftrag, wie wir als Christen – nicht nur am Sonntag – sondern auch von
Montag bis Samstag unseren Glauben leben und gestalten können.
Unsere eigenen Gedanken finden Platz in dem Kreuz, dass die vier farbigen Flächen an der Wand oberhalb der
Kanzel bilden. Dieses Kreuz ist so grau wie der Alltag. Diese Fläche, diese Tiefe dürfen wir mit
unseren eigenen Gedanken, Gefühlen und Erlebnissen füllen. Erst durch diesen Kontrast zwischen den
farbigen Flächen und dem grauen Untergrund entsteht das Kreuz.
So ähnlich verhält es sich in unserem Alltag. Wir erleben Höhen und Tiefen. Paulus schreibt:
„Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der bereits gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.“
Jesus will das Fundament unseres Glaubens und unseres Lebens sein. Auf ihm können wir ablegen, was uns
belastet.
Wenn wir das getan haben, dann können wir wieder frei den Blick erheben. Viele Menschen können gerade
im Rückblick sagen und bekennen: „Gott hat mich gehalten in schweren Zeiten und er wird es wieder tun!“ Und
deswegen kann die Freude, die Farbigkeit des Lebens außen herum so hell erstrahlen.
Die zehn bunten Flächen wahren einerseits den kontemplativen Charakter unserer Kirche. Die hohen
Wände, die undurchsichtigen Fenster, sie spiegeln unsere Gedanken und zwingen uns fast zur inneren Einkehr.
Andererseits wirkt der Kirchenraum durch die bunten Stoffe einladend, frisch und dezent fröhlich.
Auch die neue Kanzel fügt sich harmonisch in den Chorraum ein. Kanzel und Altar sind durch den Marmor
deutlich aufeinander bezogen. Wort und Sakrament gehören untrennbar zusammen.
Wie von einigen Gemeindegliedern mit Nachdruck gewünscht, ist das Holzkreuz, das ehemals an Ketten
über dem Altarraum schwebte, im Kirchenraum verblieben. Es hängt nun – ebenfalls leicht geneigt –
über dem Ausgang. Man kann es als segnendes Kreuz wahrnehmen, gemäß dem Psalmwort „Gott der Herr
segne unseren Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit. Amen.“
Zu danken haben wir all den Menschen, die über die Jahre hinweg den Kirchenvorstand immer wieder neu an das
Thema „Kunst in der Kirche“ erinnert haben. Weiterhin Herrn Dr. Magerkord, der uns in der Anfangsphase als
Berater zur Verfügung stand. Desgleichen Herrn Braun vom Landeskirchenamt, der mit Rat und Tat die
Meinungsbildung voran brachte. Dann natürlich Frau Sonja Weber, die mit großer innerer Anteilnahme
einen Entwurf ersonnen hat, der exakt auf unsere Kreuzkirche zugeschnitten ist. Herrn Architekten Hornfeck, der
für die Umgestaltung des Kanzelaltars und die gesamte Bauleitung die Verantwortung trug. Allen Handwerkern,
die sich redlich mühten, dass ihr Werk den Meister lobt. Gedankt sei auch herzlich allen ehrenamtlichen
Helfern, die mit Hand- und Spanndiensten die Baukosten senkten. Und vor allem unserem barmherzigen Gott, der
seine schützende Hand über allen hielt.
Wir hoffen, die Kirche gefällt Ihnen so gut wie uns.
Ihr Pfarrer Matthias Herling im Auftrag des Kirchenvorstands
Das Projekt "Kunst in der Kirche" konnte erfolgreich abgeschlossen werden.
Ein besonderer Dank gilt allen, die mit ihrer Spende zur Finanzierung der Umgestaltung beigetragen haben.
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